Antworten auf häufig gestellte Fragen

Was sind die Vorteile eines Hessentages in Pfungstadt, für die Stadt Pfungstadt und die Bürgerinnen und Bürger?

Wir erwarten eine Steigerung der Bekanntheit unserer Stadt: Während der 10 Tage des Hessentages und schon Monate davor, ist Pfungstadt in Radio und TV und damit in aller Munde. Mehrere hunderttausend Menschen besuchen einen Hessentag und nehmen die positiven Erlebnisse mit in alle Teile Hessens. Dadurch wird Pfungstadt bekannter, was sich sicherlich auch auf Gewerbeansiedlungen und die lokale Wirtschaft auswirken wird. Zudem bekommt die Stadt Pfungstadt rund 6,5 Mio. Euro Infrastrukturzuschüsse des Landes, die es ohne die Ausrichtung des Landesfestes entweder gar nicht oder erst sehr viel später gäbe. Darüber hinaus schweißt der Hessentag durch das vielfältige ehrenamtliche Engagement die Stadtgesellschaft zusammen. Viele Menschen schwärmen heute noch vom Hessentag 1973 in Pfungstadt und erinnern sich gerne daran zurück.

Wieso wurde mehrheitlich ein Vertreterbegehren in der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt?

Wir haben das Für und Wider ausgiebig beraten. Auf der einen Seite hört es sich gut an, allen volljährigen Bürgerinnen und Bürgern mit Wohnsitz in Pfungstadt die Möglichkeit zu geben, darüber zu entscheiden. Damit eine solche Entscheidung gültig ist, müssen jedoch mindestens 25% der Wahlberechtigten abgestimmt haben. Doch nehmen alle an einer solchen Abstimmung teil? Wir sind an dieser Stelle unsicher, ob dem so wäre. Hinzu kommt, dass der zeitliche Rahmen für die Bewerbung des Hessentags es praktisch nicht erlaubte, ein Vertreterbegehren durchzuführen und gleichzeitig sehr umfassend über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. Das halten wir jedoch für besonders wichtig, denn der Hessentag in Pfungstadt ist eine sorgfältig abzuwägende Entscheidung. Schließlich gelten beim Vertreterbegehren die gleichen Formalitäten, wie bei anderen Wahlen auch und das Ergebnis ist bindend. Hätten sich die Stadtverordneten für ein Vertreterbegehren entschieden, wäre dies nicht vor Januar 2020 durchgeführt worden.

In Pfungstadt steht man jetzt schon zu den Stoßzeiten im Stau, wie soll das erst mit dem Hessentag werden und wo sollen all die Autos parken? Wo sollen die vielen Autos der Besucher*innen hin?

Die Parkmöglichkeiten sind alle am Stadtrand, vornehmlich im Süden Pfungstadts vorgesehen, sodass der Großteil des Verkehrs nicht in die Stadt fahren muss. Die aktuellen Planungen im Rahmen des Verkehrsgrobkonzepts sehen über 20.000 Parklätze verteilt

auf sechs Parkflächen vor. Das Verkehrsgrobkonzept sieht die Anreise mit dem PKW über die drei Autobahnanschlüsse vor. Darüber hinaus wird die Anbindung mit Zug und Bus verbessert. Es ist beabsichtigt, dass die Pfungstadt-Bahn im Halbstundentakt verkehren wird. Die Busse der Linien P, PE und PG verbinden den Knoten Eberstadt-Wartehalle zusätzlich mit der Hessentagsstraße und den Parkplätzen, sodass auch eine Verbindung zwischen den Parkplätzen und der Hessentagsstraße hergestellt wird. Darüber hinaus sollen kluge Konzepte wie Leihfahrräder die Besucher*innen zum Ziel bringen. Ganz zu vermeiden wird es aber nicht sein, dass zu bestimmten Zeiten ein hoher Verkehr auf allen Verkehrswegen herrschen wird. Wir rechnen damit, dass dies insbesondere zu Konzerten am Abend der Fall sein wird.

Was kostet der Hessentag die Stadt Pfungstadt? Wieso sparen wir uns das Geld nicht lieber für ein Schwimmbad oder für andere wichtige Investitionen?

Seit Juni d.J. liegt das Finanzkonzept der Fa. Campo-Event-Engineering vor, das auch von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Danach wird mit Ausgaben in Höhe von rd. 8,6 Mio. € und mit Einnahmen von rd. 6,4 Mio. € gerechnet. Daraus ergibt sich ein voraussichtlicher Zuschussbedarf in Höhe von rd. 2,2 Mio. €. Gleichzeitig erhalten wir aber die „Überholspur“ bei allen Förderprogrammen des Landes Hessen und können so bis zu 6,5 Mio. € an Zuschüssen erhalten. Mit dem Eigenanteil der Stadt, der je nach Förderprogramm zwischen
10-50% beträgt, werden somit zwischen 10-13 Mio. € in die Stadtentwicklung investiert, für Maßnahmen die sowieso anstehen. D.h. aber auch, ohne die Zuschüsse, die an Hessentagsstädte vorrangig verteilt werden, müsste die Stadt die 6,5 Mio. € über Darlehen finanzieren, die mit Zins und Tilgung belastet wären.

Während des Hessentages werden wir Bürger*innen total eingeschränkt und kommen nicht in die Innenstadt, außerdem ist es immer sehr laut. Ist die Innenstadt während des Hessentags gesperrt?

Wie bei der Kerb auch, schränken große Feste die direkten Anwohner*innen ein, indem die Zufahrten nicht durchgehend passierbar sind und die Festbesucher*innen feiern. Das wird auch beim Hessentag so sein. Jedoch wird es täglich für die direkten Anwohner*innen Möglichkeiten geben, das Grundstück mit dem Auto zu verlassen oder das Auto gleich auf einen Stellplatz außerhalb der Hessentagsstraße abzustellen. Denkbar sind auch Anwohner*innenparkausweise und Zufahrtskontrollen. Die Stadtverwaltung wird ihr Möglichstes tun, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Erfahrungen aus anderen Hessentagsstädten zeigen, dass dies meist problemlos möglich ist und die Anwohner*innen weniger Einschränkungen hinzunehmen hatten, als sie befürchteten.

Wer soll das denn alles organisieren und durchführen. Die Vereine können das nicht machen, weil die jetzt schon zu wenige Mitglieder haben.

Seit einigen Monaten arbeitet der Hessentagsbeirat daran, die Bewerbung vorzubereiten. Mitglieder dieses Beirats sind neben der Politik auch Vertreter*innen der Feuerwehren, der Vereine und des lokalen Einzelhandels, sowie der Verwaltung. Die Stadtverwaltung hat mit Herrn Büchsel und Herrn Maurer zwei Hessentagsbeauftragte als zentrale Ansprechpartner ernannt. Daneben gibt es schon heute eine Organisationsstruktur für den Hessentag.
Klar ist, ohne viele ehrenamtliche Helfer*innen kann der Hessentag nicht seine ganze Strahlkraft entfalten. Daher sollen die Vereine sehr eng miteinbezogen werden. Ehrenamtliche Helfer*innen können aber auch alle Pfungstädter*innen sein.
Die Erfahrungen in anderen Hessentagsstädten zeigen, dass der Hessentag viele Menschen anspricht, sich mit viel Einsatz und Freude ehrenamtlich für dieses Event zu engagieren. Hunderte Freiwillige aus ganz Hessen helfen regelmäßig, dies wird gewiss auch bei uns so sein.

Was passiert mit den Parkplatzflächen nach dem Hessentag, die extra für Parkplätze hergerichtet werden? Werden die Landwirte dafür entschädigt?

Sämtliche Flächen für den Hessentag, die nicht in städtischem Besitz sind, werden gepachtet. Mit der Landwirtschaft wird ein Austausch gepflegt. Eine Entschädigung wird den Landwirten für die Flächennutzung selbstverständlich gezahlt.
Die benötigten Flächen werden nach dem Hessentag i.d.R. wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Einige Flächen sind Entwicklungsflächen, sodass hier Planungen für die zukünftige Nutzung vorangetrieben werden und nach dem Hessentag in die Umsetzung gehen können (z. B. Baugebiete, Gewerbeflächen).

Inwiefern werden die Stadtteile in den Hessentag einbezogen?

Während des Hessentags gibt es rund 1.000 größere und kleinere Veranstaltungen. Hierfür werden auch die Räumlichkeiten in den Stadtteilen genutzt, sodass diese in den Hessentag fest einbezogen werden. Auch von den Infrastrukturzuschüssen des Landes Hessen profitieren

die Stadtteile, entweder direkt durch konkrete Maßnahmen oder dadurch, dass durch die Zuschüsse des Landes mehr Geld für Projekte in den Stadtteilen zur Verfügung steht.

Ist an ausreichend kurze Wege für Feuerwehr und Rettungsdienste gedacht worden?

Für die Hilfskräfte werden gesonderte Flächen zur Verfügung gestellt, sodass diese ausreichend schnell vor Ort sein können. Vonseiten der Feuerwehr gibt es die Überlegung, einen zusätzlichen Stützpunkt für die Zeit des Hessentags zu eröffnen. Bei der Erstellung der Sicherheitskonzepte werden die lokalen Kräfte selbstverständlich eng einbezogen und die Sicherheit der Pfungstädter Bürgerinnen und Bürger wird auch während des Hessentages gewährleistet sein.

Wo können die Besucher*innen untergebracht werden?

In der Regel besuchen die Menschen den Hessentag als Tagesgäste, sodass nicht mit tausenden Übernachtungsgästen zu rechnen ist. Helfer*innen, Künstler*innen oder auch das Personal der Stände, können vor Ort oder in der Umgebung (z. B. in Darmstadt) problemlos untergebracht werden.

Gibt es einen Zuschuss für die Fassadengestaltung der Immobilien entlang der Hessentagsstraße?

Grundsätzlich ist es jedem Eigentümer und jeder Eigentümerin überlassen, ob er oder sie zum Hessentag seine Hausfassade ertüchtigt oder nicht. Ein städtischer Zuschuss ist derzeit nicht geplant, jedoch im Zuge der Feinplanungen des Hessentages durchaus möglich.

12) Bekommt Pfungstadt die Landeszuschüsse nur, wenn der Hessentag durchgeführt wird?

Ja und nein. Grundsätzlich bekommt die Stadt, die den Hessentag ausrichtet, einen Veranstaltungskostenzuschuss und wird bei der Vergabe von Fördermitteln des Landes bevorzugt. Das bedeutet, dass wir als Ausrichter des Hessentags die Fördermittel in kürzester Zeit abrufen können und nicht eine unbestimmte Zeit warten müssen, wie andere Kommunen, die den Hessentag nicht ausrichten. So können wir vor und nach dem Hessentag Investitionszuschüsse in Höhe von bis zu 6,5 Mio. Euro abrufen.

Sollen Flächen, die von den Landwirten, z. B. für Parkraum, an die Stadt vermietet werden, anschließend z. T. in Bauland umgewandelt werden?

Die benötigten Flächen werden nach dem Hessentag i.d.R. wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Einige Flächen sind Entwicklungsflächen, sodass hier Planungen für die zukünftige Nutzung vorangetrieben werden und nach dem Hessentag in die Umsetzung gehen können (z. B. Baugebiete, Gewerbeflächen).

Wer entscheidet über mögliche Investitionen?

Die Entscheidung, welche Investitionen getätigt werden, trifft die Stadtverordnetenversammlung.

Ist es nicht so, dass zu den 6,5 Mio. Euro versprochenem Landeszuschuss für Infrastruktur, die Stadt selbst auch Geld investieren muss?

Das Land zahlt die Zuschüsse nur dann, wenn auch die ausrichtende Stadt ihren Anteil leistet. Daher stimmt die Aussage, dass zu den 6,5 Mio. Euro Landeszuschuss für städtische Infrastrukturmaßnahmen (die ohne den Hessentag in dieser Form nicht bezuschusst würden), weitere städtische Mittel benötigt werden. Aber: Wenn die Stadt Pfungstadt z. B. plante, eine neue Kindertagesstätte für ca. 3 Mio. Euro zu errichten, würde das Land diese Maßnahme, deren Kosten die Stadt für den Bau ohnehin zu tragen hätte, mit beispielsweise 1,5 Mio. mitfinanzieren. Mit diesen Zuschüssen des Landes werden also städtische Projekte kofinanziert, die die Stadt ansonsten ohne, bzw. mit erheblich geringerer finanzieller Unterstützung realisieren müsste.

Werden Grundstückseigentümer*innen oder Pächter*innen gezwungen, ihr Grundstück für den Hessentag zu räumen?

Nein. Die Flächen für den Hessentag werden freiwillig und gegen Kostenersatz durch die Stadt von den Eigentümer*innen gepachtet. Es gibt keine Verpflichtung der Grundstückseigentümer*innen, die Grundstücke für den Hessentag zur Verfügung zu stellen.